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Einfluss der Armposition auf die Blutdruckmessung

Laut einer von Forschern der Johns Hopkins Medicine durchgeführten Studie kann die übliche Armpositionierung bei Blutdruckmessungen die Blutdruckmessungen erheblich überschätzen und zu einer Fehldiagnose von Bluthochdruck führen.

 

Die Studie wurde im Oktober. 7 in der Zeitschrift JAMA Internal Medicine veröffentlicht. Die Forscher analysierten die Auswirkungen von drei verschiedenen Armpositionierungen auf die Blutdruckmessung: mit dem Arm auf einem Tisch, auf dem Schoß gestützt und ohne Unterstützung an der Seite des Körpers hängend. Die Studie ergab, dass der systolische Blutdruck (die Obergrenze der Blutdruckwerte) um durchschnittlich fast 4 mmHg überschätzt wurde, wenn der Arm auf dem Schoß lag, und um fast 7 mmHg, wenn der Arm ohne Unterstützung herabhing.

 

 

Bedeutung der Armposition für die Blutdruckmessung

 

„Die Armposition hat einen wichtigen Einfluss auf die Genauigkeit der Blutdruckmessung“, sagte Dr. Tammy Brady, leitende Autorin der Studie und stellvertretende Direktorin für klinische Forschung in der Pädiatrie an der Johns Hopkins University School of Medicine. Die Studie betont außerdem die Notwendigkeit, klinische Richtlinien zu befolgen, d. h. sicherzustellen, dass der Arm bei der Blutdruckmessung fest abgestützt wird, beispielsweise auf einem Tisch oder einer anderen stabilen Oberfläche.

 

Nach Angaben der American Heart Association (AHA) hat fast die Hälfte der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten einen hohen Blutdruck, d. h. einen systolischen Blutdruck (Obergrenze) größer oder gleich 130 mmHg oder einen diastolischen Blutdruck (Untergrenze) größer oder gleich 80 mmHg. Wenn Bluthochdruck nicht wirksam kontrolliert wird, erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt erheblich. Da Bluthochdruck in der Regel keine offensichtlichen Symptome aufweist, sind eine frühzeitige Vorsorgeuntersuchung und häufige Überwachung im Rahmen routinemäßiger körperlicher Untersuchungen wichtige Mittel zur Behandlung von Bluthochdruck. In den meisten Fällen kann der Blutdruck durch Anpassungen des Lebensstils (z. B. Gewichtsabnahme, gesunde Ernährung, Bewegung) und medikamentöse Behandlung wirksam kontrolliert werden.

 

 

 

Forschungsmethoden und zentrale Erkenntnisse

Die neuesten AHA-Leitlinien für die klinische Praxis betonen, dass eine genaue Blutdruckmessung die folgenden Anforderungen erfordert: Wählen Sie die richtige Größe der Blutdruckmanschette, stellen Sie sicher, dass der Rücken gestützt ist, die Füße flach auf dem Boden stehen und die Beine nicht gekreuzt sind, und der Arm sollte auf einem Tisch oder Schreibtisch platziert werden, sodass sich die Mitte der Manschette auf der gleichen Höhe wie das Herz befindet.

 

Trotz der klaren Empfehlungen wiesen die Forscher darauf hin, dass es in der klinischen Praxis immer noch viele Unregelmäßigkeiten gebe. Beispielsweise sitzen viele Patienten während der Untersuchung auf der Untersuchungsliege, ihre Arme haben keine Unterstützung oder ihre Arme werden vom medizinischen Personal oder vom Patienten selbst gestützt. In dieser Studie rekrutierten Forscher nach dem Zufallsprinzip 133 Erwachsene im Alter von 18 bis 80 Jahren, um zwischen dem 9. August 2022 und dem 1. Juni 2023 an dem Test teilzunehmen, von denen 78 % Schwarze und 52 % Frauen waren.

 

Die Teilnehmer wurden zufällig sechs verschiedenen Testgruppen zugeteilt, um die Auswirkungen verschiedener Armpositionen auf die Blutdruckmessung zu testen. Alle Messungen wurden in einer ruhigen und privaten Umgebung durchgeführt und die Probanden wurden gebeten, Gespräche mit Forschern oder die Nutzung von Mobiltelefonen zu vermeiden.

 

Die Studie ergab, dass die gängige klinische Methode der Blutdruckmessung mit dem Arm am Bein oder hängend an der Körperseite im Vergleich zur Standard-Tischauflage zu deutlich höheren Blutdruckwerten führt. Konkret liegt der mit dem Arm am Bein gemessene systolische Blutdruck um 3,9 mmHg über dem Standardmesswert, der diastolische Blutdruck liegt um 4,0 mmHg höher; Wenn der Arm ohne Unterstützung aufgehängt ist, ist der systolische Blutdruck um 6,5 mmHg und der diastolische Blutdruck um 4,4 mmHg höher.

 

 

Auswirkungen einer Überschätzung des Blutdrucks und klinische Empfehlungen

„Wenn der Blutdruck nicht korrekt gemessen wird, ist jede systolische Blutdruckmessung um 6,5 mmHg höher, was bedeutet, dass sich der systolische Blutdruck einer Person von 123 mmHg auf 130 mmHg oder von 133 mmHg auf 140 mmHg ändern kann - und über 140 mmHg gilt als Bluthochdruck im Stadium 2“, erklärte Sherry Liu, eine der Studienautoren und Koordinatorin für epidemiologische Forschung an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health.

 

Dr. Brady sagte, die Ergebnisse unterstreichen, dass Ärzte den Messstandards mehr Aufmerksamkeit schenken sollten und dass Patienten auch aktiv darum bitten sollten, die besten Messmethoden zu befolgen, wenn sie in medizinischen Einrichtungen oder zu Hause messen.

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